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Stadttheater

Theaterplatz 2

39012 Meran

Das Stadttheater Meran verbindet historische Eleganz 
mit einer nahbaren, warmen Atmosphäre. Stuckaturen, vergoldete Details und der Zuschauerraum mit 
296 Plätzen schaffen einen besonderen Rahmen für Kultur, Begegnung und gemeinsame Abende.

In den Pausen laden das Foyer und im Sommer die Terrasse zum Verweilen ein.

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Geschichte

Stilvoller Schauplatz für Kultur und Unterhaltung

Ab 1870 kam in der aufstrebenden Kurstadt Meran mit dem Tourismus eine rege Bautätigkeit in Gang. Die Reste der Meraner Stadtmauern verschwanden. Auf der Promenade flanierten die Kurgäste. Es gab ein Kurhaus mit Bädern, Spielcasino und einem festlichen Spiegelsaal. Doch der Ruf nach einem richtigen Theater wurde laut und so beauftragte die Stadt den Münchner Architekten Martin Dülfer mit dem Bau eines Stadttheaters.



Der Bau erntete große Begeisterung, der Jugendstil kam in Meran in Mode. Die Fassade im klassizistischen Stil bestach durch den Wechsel von Rauputz, glatten Flächen, Stuckaturen, Jugendstilornamenten, und einem prachtvollen Vorbau auf Säulen mit Balkon. Der Innenbereich war ein schmuckes Juwel des Jugendstils.



Mit der Aufführung von Goethes „Faust“ wurde das Stadttheater am 1. Dezember 1900 feierlich eröffnet. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte das Theater ein eigenes Ensemble, dem eine hohe künstlerische Qualität bescheinigt wurde. Das Theater wurde Anziehungspunkt für Künstler und Musiker aus aller Welt. Nachdem Giacomo Puccini, der große Opernkomponist, 1923 in Meran geweilt hatte, wurde das Stadttheater auch „Teatro Puccini“ genannt.

  • 1884

    Ein Theaterbaukomitee wird gegründet. Ziel ist ein eigenes, repräsentatives Theater für Meran – als Ersatz für das provisorische Kurhaustheater im Pavillon des Fleurs.

  • 1894

    Nach langen Finanzierungs- und Standortfragen wird ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Erwartet wird ein besonderes Haus: ein „Musentempel“ für Meran.

  • April 1899

    Fünf Projekte werden im damaligen Kurhaus vorgestellt. Der Architekt Martin Dülfer erhält den Zuschlag und überarbeitet seine Entwürfe.

  • September 1899

    
Der Bau des Stadttheaters beginnt. Kurvorsteher Wilhelm von Pernwerth hatte sich besonders für die Umsetzung eingesetzt.

  • 01. Dezember 1900

    
Nach nur 14 Monaten Bauzeit wird das Stadttheater feierlich eröffnet – mit Goethes Faust. Erster Theaterdirektor ist Karl von Maisdorff.

Foto Stadtarchiv Meran

  • Bis zum 
Ersten Weltkrieg

    Das Theater erlebt seine Glanzzeit: engagierte Direktionen, gut besetzte Ensembles und bis zu 250 Vorstellungen im Jahr prägen den Spielbetrieb.

  • Ab Mitte der 
1920er-Jahre

    
Das Haus führt kein eigenes Ensemble mehr. Stattdessen gastieren Operngesellschaften sowie Operetten- und Lustspielensembles.

  • 1930er- bis 
1950er-Jahre

    
Das Kino gewinnt an Bedeutung, notwendige Renovierungen bleiben wegen hoher Kosten aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg beleben die Südtiroler Landesbühne und hochkarätige Gastspiele das Haus noch einmal.

  • Ende der 
1960er-Jahre

    
Ein Brand beschädigt das Theater schwer. Danach wird es still um 
das Stadttheater.

  • 1970

    
Ein beratendes Komitee nimmt die Renovierung in die Hand. Das Architektenehepaar Lilly und Willy Gutweniger trägt maßgeblich zur Erneuerung bei.

  • 28. November 1978

    
Das Stadttheater wird feierlich wiedereröffnet – innen mit geladenen Gästen, draußen begleitet von Protesten gegen das „Luxustheater“. Zugleich bleibt es ein besonderes Haus: ein reines Theatergebäude, das ausschließlich kulturellen Zwecken dient.

  • 2000

    
Das Dach wird erneuert, die Fassade erhält wieder ihre hellen Originalfarben. Am 1. Dezember feiert das Stadttheater sein 100-jähriges Bestehen.

  • Heute

    
Das Stadttheater Meran ist ein geschätzter Ort für Kultur und besondere Veranstaltungen – traditionsreich, überschaubar und mit einer Atmosphäre, die bis heute nah am Publikum bleibt.

Restaurierung

Vorhang auf

Während das Stadttheater außen sein architektonisches Erscheinungsbild weitgehend bewahren konnte, wurde der Innenraum im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach verändert. Teile der ursprünglichen Jugendstilausstattung gingen verloren, Farbfassungen wurden überarbeitet oder übermalt und neue technische Anforderungen hinterließen ihre Spuren.

Nach dem schweren Brand Ende der 1960er-Jahre folgte eine grundlegende Erneuerung. Unter maßgeblicher Beteiligung von Lilly und Willy Gutweniger wurde das Theater saniert und 1978 wiedereröffnet. Weitere Arbeiten folgten um das Jahr 2000: Das Dach wurde erneuert und die Fassade erhielt wieder ihre historische helle Farbgebung.

Die bislang umfassendste jüngere Restaurierung erfolgte schließlich bis 2025. Aus einer zunächst geplanten Erneuerung der Bestuhlung entwickelte sich in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt eine grundlegende Restaurierung des Zuschauerraums. Jüngere Farbschichten wurden behutsam entfernt, historische Oberflächen untersucht und wesentliche Elemente der ursprünglichen Jugendstilgestaltung wieder sichtbar gemacht.

Nach rund eineinhalb Jahren Bau- und Restaurierungszeit wurde das Stadttheater im August 2025 wiedereröffnet. Heute verbindet der Bau seine historische Substanz mit den technischen und funktionalen Anforderungen eines zeitgemäßen Theaterbetriebs.

Bibliothek

Archiv des Theaterlebens

Die Bibliothek des Stadttheaters Meran umfasst über 18.000 Bände und bewahrt wertvolle Zeugnisse des Theaterlebens zur Jahrhundertwende. Dazu zählen Schauspieltexte, Libretti, Klavierauszüge, Chor- und Orchesterstimmen, Kostümbücher, Plakate, Theaterzeitschriften, Fotografien sowie Fachliteratur.

Der Bestand ist überwiegend deutschsprachig und wurde in den letzten Jahren um italienische Texte sowie Übersetzungen aus der englischen und französischen Literatur erweitert.